Praxissemester im Ausland

Wenn du während deines Studiums ins Ausland gehen möchtest, hast du mehrere Möglichkeiten: Im Rahmen eines Auslandsstudiums kannst du beispielsweise für ein oder zwei Semester im Ausland studieren. Insbesondere bei international ausgerichteten Studiengängen ist ein Auslandssemester ein fester Bestandteil deines Studienprogramms.

Eine andere Möglichkeit ist ein Praxissemester, welches bei vielen Studiengängen ebenfalls fest zum Studienplan gehört. Dieses Praxissemester kannst du auch im Ausland absolvieren. Falls in deinem Studienprogramm keine feste Praxisphase vorgesehen ist, kannst du alternativ ein Urlaubssemester nehmen, um dir deinen Traum vom Arbeiten im Ausland zu erfüllen.


Ein Auslandspraktikum ist eine einmalige Erfahrung

Mit einem Auslandspraktikum schlägst du gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe: Du sammelst praktische Erfahrungen in einem Betrieb, verbesserst deine Fremdsprachenkenntnisse und tauchst in eine fremde Kultur ein. Auch auf die Entwicklung deiner Persönlichkeit hat ein Auslandspraktikum Einfluss. Wenn du eigentlich eher der schüchterne Typ bist, wird es dir nachher bestimmt leichter fallen, offener auf fremde Menschen zuzugehen. Und zu guter Letzt ist das Auslandspraktikum natürlich auch ein wichtiger Bestandteil deines Lebenslaufes, mit dem du dich von anderen Bewerbern abheben kannst.


Beginne frühzeitig mit der Planung

Starte mit deiner Planung mindestens 6 bis 8 Monate, am besten aber ein Jahr im Voraus und stelle dir selber die folgenden Fragen:

  • In welcher Fremdsprache möchtest du dein Praktikum absolvieren? Du solltest mindestens Grundkenntnisse in der Landes- bzw. Arbeitssprache mitbringen – schließlich willst du Praxiserfahrungen sammeln und nicht die ganze Zeit deines Auslandsaufenthaltes im Sprachkurs verbringen. Trotzdem ist ein Sprachkurs natürlich eine gute Sache. Sprich mit deinem Praktikumsbetrieb – vielleicht kannst du einen Vormittag oder Nachmittag in der Woche frei bekommen, um an einem Sprachkurs teilzunehmen. Dann kannst du an den Abenden deine Freizeit genießen und an den Wochenenden Ausflüge machen, um Land und Leute besser kennenzulernen.
  • Welche Länder kommen in Frage? Ein Auslandspraktikum ist in vielen Ländern möglich. Beliebte Länder sind in Europa zum Beispiel Spanien und Großbritannien. Viele Praktikanten wollen aber auch weiter von zu Hause weg und interessieren sich für die USA, Kanada oder Lateinamerika. Aufgrund der wirtschaftlichen Entwicklung sind aber auch China und Indien interessante Ziele geworden. Achtung: Erkundige dich im Vorfeld über die Einreisebestimmungen. Für einige Länder benötigst du eine Arbeitserlaubnis und ein Visum, das du frühzeitig beantragen musst.
  • Wie lange soll dein Praktikum in etwa dauern? Praktika mit einer kurzen Dauer von weniger als 3 Monaten sind so gut wie gar nicht zu bekommen. Du solltest daher für einen Zeitraum von 3 bis 6 Monaten zur Verfügung stehen. Auch längere Praktika sind möglich.
  • Welche Berufsbereiche möchtest du dabei erkunden? Gibt es eine bestimmte Branche, in der du arbeiten möchtest? In manchen Ländern sind einzelne Branchen besonders stark vertreten, wie z.B. die IT-Branche in Indien.
  • Gibt es länderspezifische Gepflogenheiten, die du bei deiner Bewerbung um einen Praktikumsplatz beachten musst? Wie in Deutschland sind Anschreiben und Lebenslauf natürlich wichtige Bestandteile deiner Bewerbungsunterlagen. Verfasse diese in der Landessprache oder in Englisch und lass sie Korrektur lesen. Informiere dich vorher, ob Lebensläufe chronologisch oder antichronologisch aufgebaut werden. In den meisten Ländern werden die Unterlagen am Computer getippt. Es gibt aber auch Ausnahmen: In Frankreich wird häufig noch ein handgeschriebenes Anschreiben verlangt. Weiterhin wird in vielen Ländern auf ein Bewerbungsfoto verzichtet. Tipp: Erstelle deinen Lebenslauf mit europass.
  • Hast du ausreichenden Versicherungsschutz oder benötigst du ggf. eine Zusatzversicherung? Zu den wichtigsten Versicherungen zählen Kranken- und Unfallversicherung, Haftpflichtversicherung und Reiseversicherung. Lass dich im Zweifelsfall von deiner Versicherung beraten!

Organisation in Eigenregie oder Unterstützung durch einen Dienstleister?

Du kannst dein Praktikum auf eigene Faust organisieren oder die Dienste einer Organisation oder Vermittlung in Anspruch nehmen. Der Vorteil: Du musst dich um (fast) nichts selber kümmern. Der Dienstleister beantragt das Visum für dich, bucht die Flüge, vermittelt einen Praktikumsplatz, sucht eine Unterkunft und vieles mehr. Der Nachteil: Für diese Dienstleistung musst du häufig einen stolzen Preis bezahlen. Mach deshalb unbedingt einen Qualitätscheck, ehe du dich für einen bestimmten Anbieter entscheidest!


Praktikumsvertrag

Um keine bösen Überraschungen zu erleben, solltest du vor Antritt deines Praktikums bereits einen Praktikumsvertrag in den Händen halten. Die wichtigsten Vertragsinhalte sind:

  • Art der Tätigkeit, Aufgaben und Einsatzort
  • Dauer des Praktikums
  • Arbeitszeiten
  • Rechte und Pflichten wie beispielsweise Kündigungsfrist und Urlaubsanspruch
  • Vergütung, Versicherung und andere Leistungen

Tipp: Bitte am Ende deines Praktikums unbedingt um ein Praktikumszeugnis. Frage am besten nach einem qualifizierten Praktikumszeugnis. Neben der reinen Tätigkeitsbeschreibung beinhaltet dieses nämlich auch eine Leistungsbeurteilung.


Kosten

Ein Auslandspraktikum kostet Geld: Zu den Kosten für Anreise, Unterkunft und Verpflegung kommen häufig noch weitere Kosten für die Bearbeitungsgebühr deines Visums oder die Vermittlungsgebühr einer Agentur, falls du dein Praktikum nicht selber organisierst. Viele Praktika sind zudem noch unbezahlt. Es gibt jedoch finanzielle Unterstützung, mit der du zumindest einen Teil deiner Kosten abdecken kannst:


Weitere nützliche Links zum Thema

Wege ins Ausland

Jobbörsen für Praktikumsplätze im Ausland

Wohnen im Ausland