Brainfood: Drei Lebensmittel, die dich schlauer machen

Faulheit, Nervosität, Überforderung, zuviel Lernstoff in zu kurzer Zeit – Begründungen für schlechte Ergebnisse bei Prüfungen gibt es viele. Vielleicht liegt der Grund für eine nur mäßige Leistung aber auch auf dem Teller. Schwere, kohlenhydrat- und fetthaltige Mahlzeiten führen schnell zu einem Schnitzelkoma. Wir zeigen dir, wie du mit Hilfe von Superfood solchen verhängnisvollen Tiefpunkten entgehst und deine grauen Zellen auf Vordermann bringst.

Lecker und gesund: Mit Beeren und Nüssen kannst du dein Müsli aufpimpen
Lecker und gesund: Mit Beeren und Nüssen kannst du dein Müsli aufpimpen© Pixabay Public Domain
Was früher gut war, muss heute nicht schlecht sein: Studentenfutter

Um vorneweg gleich mögliche Missverständnisse aus dem Weg zu räumen: Mit Studentenfutter sind nicht etwa Tiefkühlpizza, Dosen-Ravioli oder Döner gemeint, sondern eine Mischung aus Nüssen und Trockenfrüchten. Diese besteht ursprünglich aus Mandeln und Rosinen und hilft Schülern und Studis seit knapp 400 Jahren beim Lernen.

Nüsse sind ein bewährtes Brainfood und der perfekte Helfer in deiner Prüfungsvorbereitung: Sie liefern Spurenelemente, Mineralstoffe, ungesättigte Fettsäuren und die Vitamine B und E. Damit sind sie eine echte Energiespritze (rezeptfrei), helfen beim Konzentrieren, fördern die Lernfähigkeit und stärken die Nerven. Du solltest dich daher nicht von den eher dauernervös wirkenden Eichhörnchen in die Irre führen lassen – Nüsse unterstützen die Gehirnaktivität, den Extrakick bekommen deine grauen Zellen durch die Aminosäure Phenylalanin (nicht der belgische Nationalspieler mit Wuschelfrisur), das die Kommunikation der Nervenzellen anregt. Was wiederum gut für das Gedächtnis ist.

Besser und schneller denken mit Kaffee

Was viele Koffeinabhängige an dieser Stelle freuen wird zu lesen: Der beliebte Wachmacher kann die geistige Leistungsfähigkeit verbessern, denn er erhöht die Geschwindigkeit der Informationsverarbeitung im Hirn um rund zehn Prozent. Dazu reichen schon ein bis zwei Tassen. Der Effekt ist allerdings auch abhängig vom Alter, weshalb jüngere Leute weniger von ihm profitieren als ältere – aber für irgendwas muss das Langzeitstudium ja auch gut sein.

Apropos Langzeit: Die Wirkung des Koffeins lässt sich mit Kaffeesahne noch verlängern, weil die Aufnahme durch den Darm dadurch verzögert wird. Wem das noch nicht reicht und wer darüber hinaus über ein experimentierfreudiges Gemüt verfügt, versucht sich an einer südamerikanischen Variante des koffeinhaltigen Gehirndopings – das aufputschende Gebräu hört auf den wohlklingenden Namen Café de Olla.

Der „Kaffee aus dem Tontopf“, so die Übersetzung, geht zurück auf eine mexikanische Art der Kaffeezubereitung: Der Wachmacher wird mit Nelken, Orange und Zimt aufgepimpt. Das ist nicht nur ein besonderes Geschmackserlebnis, sondern durch den Zimt noch leistungsfördernder. Das Gewürz kann durch seinen Geruch und den Konsum – neben einer unglaublich langen Reihe anderer positiver Wirkungen auf den Körper – unter anderem für eine bessere Gedächtnisleistung und Konzentrationsfähigkeit sorgen. Trotzdem ist beim Verzehr eine gewisse Vorsicht geboten, denn Zimt kann das unter Studenten bisweilen verbreitete Problem der Leberschädigungen noch weiter fördern. Ist aber immer noch risikoärmer als der Griff zur Chemiekeule.

Auf die Länge kommt es an: Zucker

Ja, Zucker ist schlecht. Weil er dick macht. Und Zähne zerstört. Und Diabetes verursachen kann. Und süchtig machen kann. Und weil er dummerweise, der Lebensmittelindustrie sei Dank, in so ungefähr jedem Lebensmittel enthalten ist, das wir im Supermarkt kaufen können. Andererseits sind süße Nahrungsmittel ja auch immer die reizvollsten, gerade wenn Stresssituationen anstehen.

Glücklicherweise liefert unser Gehirn die perfekte Grundlage, um den persönlichen Zuckerkonsum zu argumentieren. Immerhin ist unser Hirn der größte Energieverbraucher im Körper – bei einem Anteil von etwa zwei Prozent an der gesamten Körpermasse bringen es die kleinen grauen Zellen auf beachtliche 15 bis 20 Prozent des täglichen Energiebedarfs. Auch wenn sie sich, was natürlich im Verlauf des Studiums so gut wie nie vorkommen wird, gerade im Standby-Modus befinden.

Was auf den ersten Blick nach einem Freifahrschein für Schokoriegel und Gummibärchen klingt, hat selbstverständlich einen Haken, abgesehen von den eingangs genannten. Denn so sehr das Hirn auf Glukose angewiesen ist, um den Betrieb aufrechterhalten zu können, so gering ist seine Kapazität, diese zu speichern. Was bedauerlicherweise auch für den Blutkreislauf gilt. Im besten Fall sind mit Süßigkeiten daher kurze Energieschübe zu erreichen, die natürlich kaum helfen, wenn stundenlanges Lernen auf der Agenda steht.

An dieser Stelle ist es Zeit, das Phrasenschwein zu bemühen, denn: Das Frühstück ist die wichtigste Mahlzeit des Tages! Es sollte nach Möglichkeit nicht aus einem Coffee-to-Go und einer unspezifischen Anzahl von Teilchen vom Bäcker bestehen. Günstiger für einen ausgewogenen Start in den Tag wäre das altbekannte Müsli, welches sich mit den richtigen Zutaten für das Frühstück problemlos zusammenstellen lässt. Die Kombination aus Haferflocken (liefern komplexe Kohlenhydrate) und mageren Milchprodukten wie Quark (versorgen das Hirn mit Lecithinen) kann zwecks Rundumversorgung mit Bananen und Nüssen abgerundet werden. Die Zeit bis zur ersten Tiefkühlpizza sollte damit in jedem Fall überbrückt werden.