Wie werde ich Hörakustiker?

Du

  • bist sehr einfühlsam und geduldig?
  • möchtest mit Menschen arbeiten?
  • hast Spaß am handwerklichen Arbeiten?
  • kannst gut erklären?
  • bist behutsam und freundlich im Umgang mit Menschen?
  • kannst dich gut und deutlich ausdrücken?
  • arbeitest sorgfältig und genau?
  • kannst dich auf immer wieder neue Patienten einstellen?

Ist der Beruf des Hörakustikers für dich der richtige? Mach doch mal einen Persönlichkeitstest!

Schulische Voraussetzung

Eine gute Chance auf eine Einstellung für eine Ausbildung zum Hörakustiker hast du mit einem mittleren Schulabschluss. Natürlich kannst du dich auch mit einem niedrigerem oder einem höheren Abschluss bewerben. Ausschlaggebend ist meist nicht der Schulabschluss per se, sondern die Qualität deiner Bewerbung, dein persönliches Auftreten im Vorstellungsgespräch, deine Motivation und andere persönliche Faktoren.

Course of education

Duale Ausbildung

Recommended graduation

Realschulabschluss / Mittlere Reife

Training period

3 year(s)

Was macht ein Hörakustiker?

Das menschliche Ohr ist das einzige Sinnesorgan, das schon vor der Geburt funktioniert. So kennen wir zum Beispiel bereits die Stimmen unserer Eltern, da wir sie im Körper unserer Mutter schon wahrgenommen haben.

Unser Ohr kann alles zwischen 10 und 140 Dezibel hören. 10 Dezibel entsprechen in etwa einem raschelnden Blatt. Die Schmerzgrenze liegt bei 130 Dezibel. Das entspricht ungefähr dem Lärmpegel eines Flugzeugs. Eine Lautstärke von 150 Dezibel kann unser Ohr nur wenige Sekunden aushalten, ohne dass irreparable Schäden entstehen. Aber auch Kopfhörer, die circa bei 80 bis 90 Dezibel liegen, können über einen längeren Zeitraum unser Hörvermögen beeinträchtigen.

Als Hörakustiker hast du eine verantwortungsvolle Aufgabe, denn du kümmerst dich um die Menschen, die aufgrund von Altershörschwäche oder Hörbeeinträchtigungen durch erhöhte Geräuschbelastung im Alltag oder im Beruf mit ihren Ohren nicht mehr das hören können, was gesunde Menschen hören. Mithilfe modernster Technik bemühst du dich darum, den Menschen wieder ein Stück Lebensqualität zurückzugeben.

Diagnose und Beratung

Nachdem deine Patienten eine Verordnung für ein Hörsystem vom HNO-Arzt erhalten haben, kommen sie in der Regel zu dir. Als Hörakustiker bist du der richtige Ansprechpartner, wenn es darum geht, ein passendes Hörgerät für den Patienten zu finden. Durch audiometrische Tests, das sind spezielle Hörtests, wird das individuelle Hörvermögen eines jeden Patienten gemessen. Kann der Patient besonders hohe und besonders tiefe Töne hören? Welches ist die niedrigste Lautstärke, die er wahrnehmen kann? Kann er Sprache unter Störgeräuschen verstehen? Anschließend findet ein Beratungsgespräch statt, bei dem du dich mit deinem Kunden darüber unterhältst, welche Bedürfnisse und Wünsche er bezüglich seines neuen Hörgeräts hat. Auch Optik und Tragekomfort spielen hier eine große Rolle.

Das individuelle Hörgerät

Wenn der Kunde sich für ein Gerät entschieden hat, müssen Abdrücke von seinem Gehörgang gemacht werden. Dazu spritzt du eine spezielle Kunststoffmasse vorsichtig mit einer Kanüle in den Gehörgang. Der Kunststoffabdruck ist nur das Muster für die Weiterverarbeitung zum Acrylabguss. Das ausgehärtete Acryl ist nun das, was später als Maßohrstück, auch Otoplastik genannt, in das Hörsystem eingebaut wird. Doch zunächst muss das Acryl sauber gefräst und geschliffen werden und anschließend am Kunden getestet werden. Sitzt es gut, kann es entweder zum Hinter-dem-Ohr-Hörgerät oder zum Im-Ohr-Hörgerät verbaut werden. Mit einer speziellen Software nimmst du schließlich die akustische Feineinstellung vor. Der Patient wird immer wieder mit einbezogen, denn schließlich muss das Hörgerät ganz genau auf seine Ohren und sein Hörempfinden abgestimmt werden. Hörgeräte müssen ständig überprüft, gewartet, gereinigt und gegebenenfalls repariert werden. Du bist also nicht nur für die Herstellung des Hörgeräts und die Einweisung des Kunden zuständig, sondern begleitest ihn über einen längeren Zeitraum.

Kaufmännisches und Bürokratisches

Neben deinen beratenden Aufgaben und den handwerklichen Tätigkeiten in der Werkstatt ist auch das Büro dein Arbeitsplatz. Mit Kunden und Krankenkassen stehst du telefonisch und schriftlich im ständigen Kontakt. Du vergleichst Angebote, gibst Bestellungen für Hörgeräte auf, erstellst Abrechnungen für Krankenkassen und aktualisierst regelmäßig die Kundenkartei. Auch bei Werbekampagnen und in der Personalplanung wirkst du mit. Zwar arbeitest du im medizinischen Bereich, da du die Patienten von HNO-Ärzten in gewisser Weise „weiterbehandelst“, doch als Hörakustiker führst du auch einen kaufmännischen Beruf aus.

Inhalte der Ausbildung

Schulische Ausbildungsinhalte

Ein- bis zweimal in der Woche oder in Blöcken besuchst du die Berufsschule. Sie stellt den theoretischen Teil deiner Ausbildung dar. Dort lernst du wichtige Hintergrundinformationen, die du in deiner alltäglichen Berufspraxis als Hörakustiker benötigst. Dazu gehört zum Beispiel die Anatomie des Ohrs. Du lernst die Funktionen von Außen-, Mittel- und Innenohr kennen und lernst, was es mit den Kenndaten des Gehörs auf sich hast, zum Beispiel die Unbehaglichkeitsschwelle und der Bereich des angenehmen Hörens. Außerdem wirst du dich mit Zusammenhängen zwischen Hörbeeinträchtigungen und Sprachvermögen auseinandersetzen. All dies geschieht im Unterrichtsfach Biologie. Auch Physik ist ein wichtiges Fach für angehende Hörakustiker. Hier lernst du akustische Größen wie Amplitude, Zeitintervall und Frequenz kennen. Auch die Funktionsweise elektronischer Hörsysteme wird dir vermittelt. Im Fach Werken wird dein handwerkliches Können gefördert, denn auch das benötigst du als Hörakustiker. Du übst zum Beispiel Fräsen und Schleifen, um später aus gehärtetem Acryl Otoplastiken herzustellen. Auch Mathematik und Deutsch haben einen hohen Stellenwert: In Mathe lernst du verschiedene Messverfahren kennen sowie die Berechnung akustischer Größen. Deutsch vermittelt dir unter anderem Fähigkeiten im Schriftverkehr mit Kunden und Krankenkassen.

Betriebliche Ausbildungsinhalte

Was manchmal in der Theorie noch sehr allgemein und abstrakt klingt, muss in der Praxis gefestigt werden. Das ist die Aufgabe deines Ausbildungsbetriebs. Hier bekommst du die Gelegenheit, den verschiedenen Facetten des Hörakustikers eigenständig auf den Grund zu gehen. Nur am Anfang schaust du den erfahrenen Kollegen noch viel auf die Finger – dann bist du allerdings selbst an der Reihe, denn nur die selbst durchgeführten Handgriffe bleiben nachhaltig bei dir hängen. So lernst du zum Beispiel, audiometrische Messungen, also Hörtests, durchzuführen, um die verschiedenen Kenndaten des Gehörs eines jeden Patienten zu ermitteln. Mit einer Kanüle spritzt du eine Kunststoffmasse in den Gehörgang, um Abdrücke zu machen – am Anfang am Modell, später dann bei deinen Kunden. Die Abdrücke werden anschließend in der Werkstatt weiter zu Otoplastiken, den Maßohrstücken eines Hörgeräts, gefertigt. Du lernst aber nicht nur die handwerklichen Tätigkeiten, sondern auch das „Drum-Herum“ im Alltag des Hörakustikers kennen. Dazu gehört die Betreuung und Beratung der Kunden, aber auch die Bestellung von Materialien und Geräten, die Dokumentation von Patientendaten und die Abrechnung mit Krankenkassen.

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