Wie werde ich Biologielaborant?

Das Entdecken und Erforschen von neuen Theorien war in der Schule genau dein Ding? Insbesondere im Biologieunterricht lernt man nicht nur die Darwin'sche Theorie, die auf der Vererbung, der Variabilität und der natürlichen Auslese (Selektion) basiert, sondern auch Gentechnik und Pflanzenschutz kennen. Um mehr über die Forschung und die Biologie zu erfahren, bietet die duale Ausbildung zum Biologielaborant den ersten Schritt in diesen Bereich. Für die Ausübung deiner zukünftigen Tätigkeiten solltest du bereits einige Eigenschaften mitbringen:

  • Genauigkeit und Sorgfalt
  • Interesse an Naturwissenschaften
  • Interesse an Technik
  • Geduld
  • Verantwortungsbewusstsein

Wenn du die Voraussetzungen für die Ausbildung zum Biologielaborant erfüllst, steht einer Bewerbung nichts mehr im Wege. Solltest du dir dennoch unsicher sein bei deiner Berufswahl, teste doch mal deinen Persönlichkeitstyp in unserem Berufs-Check und finde heraus, welcher Beruf zu dir passt!

Schulische Voraussetzung

Da es keine rechtlichen Vorgaben gibt, kannst du dich theoretisch mit jedem Schulabschluss bewerben. In der Praxis sieht es aber so aus, dass überwiegend Schüler mit einem Fachabitur oder Abitur für die Ausbildung zum Biologielaboranten eingestellt werden. Mit einer tollen Bewerbung hast du jedoch auch mit einem Realschulabschluss gute Chancen.

Course of education

Duale Ausbildung

Recommended graduation

Fachhochschulreife

Training period

3.5 year(s)

Salary

Ø 1075 EUR

Was macht ein Biologielaborant?

Schutzbrille aufgesetzt, Kittel zugeknöpft, Atemschutzmaske übergezogen und Handschuhe angezogen – an die Arbeit ins Zellkulturlabor!

Biologie – die Lehre des Lebens

Im Labor hast du es mit lebenden Organismen zu tun, die von Mikroorganismen und Zellkulturen bis hin zu Pflanzen und Wirbeltieren reichen. Die Mikroorganismen, die du untersuchst, sind so klein, dass du Veränderungen nur unter dem Mikroskop beobachten kannst. Ein Elektronenmikroskop kann Organismen in bis zu 300.000facher Vergrößerung zeigen. So kannst du zum Beispiel  die Zellteilung von mit einem Virus infizierten Bakterien beobachten.

Die Wissenschaft hat festgestellt…

Als Biologielaborantin oder Biologielaborant lieferst du wichtige Forschungsergebnisse für die Pharmaindustrie und die Humanmedizin. Zum Beispiel überprüfst du die Wirkung bestimmter Antibiotika mittels Inkubation. Mit einer Pipette streichst du eine Bakterienlösung auf einer Agar-Platte – das ist ein besonderer Nährboden für die Bakterien – aus und stellst sie in einen Brutschrank. Auf einen Teil der Agar-Platte hast du zuvor Viren hinzugegeben. Bei einer Wohlfühltemperatur von etwa 30 bis 40 Grad Celsius vermehren sich die Bakterien und du kannst nach einigen Stunden beobachten, was auf den von Viren befallenen Flächen passiert. Wenn sogenannte Höfe entstehen, also freie Stellen, dann wurde durch das Antibiotikum die Zellteilung verhindert und es hat somit seinen Zweck erfüllt. Um zum Beispiel die Wirkung von Antibiotika am lebenden Organismus zu überprüfen, führst du unter strengen Richtlinien des Tierschutzes auch Tierexperimente durch. Dabei werden zum Beispiel Ratten bestimmte Medikamente gespritzt, um deren Nebenwirkungen zu testen. Aus solchen Tierversuchen können wertvolle Erkenntnisse für die Humanmedizin gewonnen werden. Auch mit Pflanzen experimentierst und hantierst du in Namen der Wissenschaft. Zum Beispiel vermehrst du Pflanzen durch Samen, Ableger und Gewebekulturen im Labor, züchtest Parasiten, um den Parasitenbefall an Pflanzen nachzuweisen oder analysierst pflanzliche Gewebeproben unter dem Mikroskop.
Auch Lebensmittel sowie Luft- und Wasserproben werden von Biologielaboranten wortwörtlich unter die Lupe genommen. Du untersuchst sie auf Keime, Hefen sowie Schimmel oder Salmonellen.

Gentechnische und biochemische Verfahren

Besonders großen technischen Aufwand erfordern sogenannte gentechnische sowie biochemische Verfahren.  Zum Beispiel kannst du mithilfe der PCR (polymerase chain reaction) DNA-Stränge vervielfältigen und durch Enzyme verschiedene Sequenzen herausschneiden. Anschließend machst du mithilfe der Gelelektrophorese die Längen der verschiedenen Stränge sichtbar und kannst so die DNA zweier Menschen vergleichen, um zum Beispiel einen Vaterschaftstest durchzuführen. Mit der PCR lassen sich auch Bakterien auf die Resistenz gegen Antibiotika überprüfen oder Genabschnitte analysieren.
Gut zu wissen...
  • Die Haut des Menschen ist das größte Organ.
  • Nur etwa 5% der DNS ist der Träger der Erbinformationen, die über das Geschlecht, die Farbe der Augen, die Form der Nase, aber auch über Erbkrankheiten bestimmen. Die restlichen 95% tragen nach dem heutigen Kenntnisstand keine Informationen in sich.
  • Nach dem Genuss der so genannten Wunderbeere, einer Pflanzenart aus der Familie der Sapotengewächse, verändert sich der der Geschmackssinn so, dass man Saures auf einmal als süß wahrnimmt. Verantwortlich dafür ist der Glycoprotein Miraculin.

Inhalte der Ausbildung

Wahlqualifikationen im digitalen Zeitalter

Nicht nur produzierende Unternehmen müssen sich der Digitalisierung stellen, sondern auch die Chemie- und Pharmaindustrie. Die moderne Technologie und digitale Prozesse bestimmen auch die Arbeitsweise von Biologielaboranten. In diesem Zuge treten zum 01.08.2020 neue Regelungen in Kraft, die zwei speziell auf die Ausprägung digitaler Kompetenzen ausgerichtete Wahlqualifikationen beinhalten:

  • Digitalisierung in Forschung, Entwicklung, Analytik und Produktion
  • Arbeiten mit vernetzten und automatisierten Systemen

Bei der Wahlqualifikation "Digitalisierung in Forschung, Entwicklung, Analytik und Produktion" werden dir während deiner Ausbildung zum Biologielaborant insbesondere Fähigkeiten, Kenntnisse und Fertigkeiten vermittelt, die du für deine Arbeit in einer digitalen Laborumgebung benötigst. Hierzu zählen der Austausch in virtuellen Teams, die Durchführung von Simulationen sowie die rechtlichen und betrieblichen Vorgaben zum Schutz und zur Sicherheit von digitalen Daten für deine Forschung.

Bei der Wahlqualifikation "Arbeiten mit vernetzten und automatisierten Systemen" liegt der Schwerpunkt auf der Arbeit mit digitalen Technologien. Des Weiteren umfasst sie auch das Einrichten, Prüfen und Optimieren von Labormanagement- und Laborinformationssystemen, um Störungen schneller zu erkennen und dazugehörige Maßnahmen einzuleiten.

Schulische Ausbildungsinhalte

Zwar hattest du schon ein paar Jahre Biologieunterricht in der Schule, doch die Inhalte, die du für den Beruf des Biologielaboranten benötigst, lernst du nur in der Berufsschule. Dort wirst du den einen Teil deiner dualen Ausbildung verbringen. Von Anatomie bis Zoologie gibt es zahlreiche biologische Fachbereiche, die du zwar alle kennenlernen wirst, von denen du dich aber in einem oder wenigen Bereichen spezialisierst, je nachdem, in welchem Bereich dein Ausbildungsbetrieb arbeitet. Spezialisierungsbereiche könnten zum Beispiel sein: Immunologie, Biochemie, Pflanzenphysiologie/Botanik, Zoologie/Tierphysiologie, Genetik, Toxikologie, Zellbiologie/Molekularbiologie, Pharmakologie, Parasitologie oder Mikrobiologie. In jedem Fall benötigst du Kenntnisse über chemische Elemente, physikalische Größen und Mathe, um zum Beispiel die prozentuale Zusammensetzung chemischer Verbindungen zu berechnen. Auch mit dem Tierschutzgesetz wirst du vertraut gemacht, bevor du in deinem Betrieb Tierversuche durchführen darfst, in denen du Versuchstiere narkotisierst, um im Anschluss zum Beispiel pharmakologische Veränderungen festzustellen.

Betriebliche Ausbildungsinhalte

Während du in der Berufsschule viel Theorie erlernst und gegebenenfalls vorgegebene Experimente durchführst, hast du es in deinem Ausbildungsbetrieb mit echten Forschungsaufträgen zu tun. Du lernst dort, Messdaten zu erfassen, mit Instrumenten und technischen Geräten im Labor umzugehen, sie zu säubern und zu warten, Nährlösungen zuzubereiten und Zellkulturen heranzuzüchten. Außerdem schaust in die verschiedenen Abteilungen deines Betriebs hinein. Das sind zum Beispiel Wareneingang und Lager, Nährbodenküche und das Zellkulturlabor. Am Anfang beginnst du mit kleinen Tätigkeiten, wie zum Beispiel Lösungen zu pipettieren. Nach und nach wirst du an die komplexen technischen Geräte, wie zum Beispiel den Brutschrank oder das Elektronenmikroskop, herangeführt und übernimmst Verantwortung über ganze Versuchsreihen. Außerdem lernst du, wie du diese fachgemäß dokumentierst, sodass Generationen von Forscher nach dir noch nachvollziehen können, welche Forschungsarbeit du geleistet hast.

Ablauf der Ausbildung

Die Ausbildung zum Biologielaboranten oder zur Biologielaborantin findet ausschließlich in Form einer dualen Ausbildung statt. Entweder wechseln sich Berufsschule und Betrieb in der Woche ab oder du verbringst zum Beispiel das erste Jahr an der Schule, um dir die theoretische Grundlage anzueignen, und die darauf folgenden zweieinhalb Jahre hauptsächlich im Betrieb.

Wie gut passt der Beruf Biologielaborant zu dir?

Wenn du in deinem Beruf gerne tüfteln möchtest, ist der Beruf Biologielaborant genau der richtige für dich.
Wenn du kein Blut sehen kannst, könnten andere Berufe besser zu dir passen.

Hilfreiche Fähigkeiten

  • Logisches Denken
  • Arbeitsgenauigkeit

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