Wie werde ich Altenpfleger?

Der Beruf des Altenpflegers ist kein Beruf wie jeder andere. Er erfordert einige an persönliche Eigenschaften sowie die Fähigkeit, besondere Kenntnisse zu erlernen.

Diese sollten zum Beispiel sein:

  • Liebevoller Umgang mit anderen Menschen
  • Gesundheitliche Eignung
  • Einfühlungsvermögen (auch in Stresssituationen)
  • Belastbarkeit (sowohl körperlich als auch psychisch)
  • Keine Scheu vor körperlichem Kontakt mit Menschen
  • Engagement und Pflichtbewusstsein
  • Verantwortungsbewusstsein
  • Geduld
  • Achtung vor älteren Menschen
  • Spaß an der Zeit mit alten Menschen
  • Medizinisches Interesse

Falls du über diese Eigenschaften und Fähigkeiten verfügst, solltest du unbedingt über eine Ausbildung zum Altenpfleger nachdenken!

Um ganz sicher zu gehen, teste doch mal deinen Persönlichkeitstyp in unserem Berufs-Check.

Schulische Voraussetzung

Gesetzlich vorgeschriebene, schulische Voraussetzungen gibt es nicht. Es werden in der Regel Bewerber mit Realschulabschluss oder Hauptschulabschluss zur Ausbildung zum Altenpfleger zugelassen. Besonders wichtig ist jedoch ganz klar deine persönliche Eignung für diesen Beruf.

Course of education

Duale Ausbildung

Recommended graduation

Mittlerer Schulabschluss (Realschulabschluss)

Training period

3 year(s)

Was macht ein Altenpfleger?

Die Aufgaben eines Altenpflegers auf einen Blick

  • Begleitung im Alltag: Strukturierung und Planung des Alltags der Senioren; Konzeption von Sportaktivitäten, Spielen oder Gesprächsrunden; Unterstützung bei Grundbedürfnissen.
  • Medizinische Versorgung: Unterstützung bei der Einnahme von Medikamenten; Begleitung bei Arztbesuchen; regelmäßiger Kontakt zur ärztlichen Betreuung; Beherrschung diverser medizinischer Maßnahmen; psychologische Betreuung der Senioren.
  • Therapeutische Maßnahmen: Tägliche Aktivitäten für die Vitalität der Senioren; Zuwendung und Unterstützung im Alltag; Integration der Angehörigen in Alltagstherapien.

Die Aufgaben eines Altenpflegers im Detail

Altenpfleger haben einen anspruchsvollen und unverzichtbaren Job in der Gesellschaft, dank ihnen bewältigen alte und kranke Menschen ihren Alltag. Als Altenpflegerin bist du nicht nur für die medizinische Versorgung und Pflege der alten Menschen zuständig, sondern trägst auch einen ganz wichtigen Teil dazu bei, ihnen den Alltag im Altenwohnheim, Krankenhaus, in der Reha-Klinik oder zu Hause mit deiner Arbeit ein wenig zu erleichtern. Altenpfleger gehören zu den Gesundheits- und Krankenpflegern, haben jedoch in der alltäglichen Arbeit mit eher älteren Patienten zu tun.

Begleitung im Alltag

Von Alten kann man etwas lernen. Sie haben einige Lebenserfahrung und können dich mit so mancher Geschichte aus ihrer Jugend zum Schmunzeln bringen. Das merkst du allerdings nur, wenn du dich intensiv mit ihnen beschäftigst. Als Altenpflegerin bist du auch dafür verantwortlich, den Tagesablauf der Menschen zu strukturieren und ihnen Abwechslung zu ermöglichen. Je nach individuellen Bedürfnissen und geistiger Fitness spielst du mal ein Brettspiel, mal liest du jemandem etwas vor, mal singst du mit einer Gruppe alter Menschen, bietest einen Gymnastikkurs an oder hörst ihnen einfach nur zu und sprichst mit ihnen. Bei der täglichen Körperpflege bist du einfühlsam und vorsichtig. Einige ältere Menschen können nicht mehr allein auf die Toilette gehen oder duschen. Du solltest dich auch auf diese Tätigkeiten einstellen. Das kann nicht jeder, vieles kann man jedoch auch lernen. Ob beim Essen, Anziehen, Ausziehen, Zähneputzen oder Kämmen – du hilfst den alten Menschen bei Tätigkeiten, die sie selbst nicht mehr schaffen und gibst ihnen ein vertrautes Gefühl. Mithilfe deiner Unterstützung können sie den Alltag wieder so gut es geht meistern.

Medizinische Versorgung

Im Laufe unseres Lebens werden wir mit so mancher Krankheit und dem Verschleiß unserer Organe und Körperteile konfrontiert. Als Altenpflegerin bist du auch für die medizinische Versorgung der Senioren zuständig. Du misst bei Diabetikern regelmäßig den Blutzuckerspiegel und spritzt, wenn nötig Insulin. Auch der Blutdruck und Puls muss bei allen Bewohnern und Patienten überprüft und die Ergebnisse sorgfältig analysiert werden. Du wechselst Verbände, trägst Salben und Cremes, legst Infusionen und verabreichst Medikamente. Da alle medizinischen Maßnahmen exakt nach ärztlicher Verordnung durchgeführt werden müssen, stehst du in engem Kontakt mit den behandelnden Ärzten. Auch die psychologische Beratung spielt eine große Rolle im Berufsalltag eines Altenpflegers. Wenn Partner oder Angehörige verstorben sind, bist du für die Bewohner und Patienten da, hörst ihnen zu und spendest Trost. Du bist aber auch da, wenn Bewohner und Patienten deiner Einrichtung ihren letzten Lebensweg beschreiten und begleitest sie in dieser schweren Zeit.

Therapeutische Maßnahmen

An erster Stelle steht das Ziel, die Selbstständigkeit älterer und hilfsbedürftiger Menschen so gut es geht zu erhalten. Mit therapeutischen Maßnahmen wie einem Bewegungstraining oder Atemübungen förderst du die Vitalität der Bewohner und Patienten. Du gestaltest zum Großteil ihren Tagesablauf und versuchst, dem Leben der alten Menschen weiterhin einen Sinn zu geben. Viele alte Menschen haben bereits Angehörige oder Freunde verloren und fühlen sich allein und isoliert. Das Ziel der Altenpflege ist es, den Menschen durch Zuwendung und Unterstützung neuen Mut zu schenken. Das ist manchmal gar nicht so einfach, denn als Altenpflegerin betreust du oft viele Menschen gleichzeitig und kannst dir selten so viel Zeit nehmen, wie du gern möchtest. Umso wichtiger ist es, dass auch Angehörige der alten Menschen in Pflegemaßnahmen und den richtigen Umgang integriert und eingewiesen werden.

Gut zu wissen...
  • Vier von fünf Erwerbstätigen in der Alten- und Krankenpflege sind Frauen.
  • In der Alten- und Krankenpflege herrscht in allen Bundesländern ein Fachkräftemangel.
  • Im Jahr 2015 betrug die durchschnittliche Lebenserwartung von Männern etwa 77 Jahre und 9 Monate. Frauen hingegen werden im Durchschnitt 82 Jahre und 10 Monate alt.

Inhalte der Ausbildung

Das Berufsbild der Altenpflegerin ist etwas Besonderes, da es weder eine rein schulische Ausbildung noch eine klassische duale Ausbildung ist. Als Auszubildende verbringst du deine Ausbildungszeit sowohl an einer Altenpflegeschule als auch zu einem großen Teil in einer oder mehreren Einrichtungen für Altenpflege.

Schulische Inhalte

Wichtige Inhalte in der Ausbildung sind zum Beispiel:

  • Grundlagen der Pflege
  • Lebensgestaltung
  • Recht und Verwaltung
  • Sozialkunde
  • Berufskunde
  • Medizin
  • Pädagogik
  • Deutsch und Kommunikation

Im Unterricht in der Berufsschule kommst du zunächst mit den institutionellen und rechtlichen Rahmenbedingungen der Altenpflege in Kontakt. In Grundlagen der Pflege bekommst du, wie es der Name schon vermuten lässt, einen Überblick über Konzepte in der Pflege, Pflegeplanung oder auch medizinische Grundlagen. Das Fach Lebensgestaltung bildet eine sehr wichtige Grundlage für das spätere Arbeitsleben. Hier befassen sich die Auszubildenden mit sehr schwierigen Themen wie dem Umgang mit Leben und Tod. In Sozialkunde lernst du zum Beispiel etwas über den demographischen Wandel und wie mit Statistiken umzugehen ist. Du wirst dich mit verschiedenen Pflegemodellen wie dem ambulanten Dienst und betreutem Wohnen auseinandersetzen und deren Vor- und Nachteilen auf den Grund gehen. Im Bereich der Medizin erfährst du, welche Therapiemöglichkeiten es gibt, zum Beispiel bei Alzheimer, und welche Medikamente du unter welchen Voraussetzungen verabreichen darfst. Auch Deutsch und Mathematik sind wichtige Fächer. Du musst schließlich Pflegeprotokolle anfertigen und in Gesprächen und Beratungen von Angehörigen die richtigen Worte finden. Pflegeleistungen abzurechnen gehört auch zu deinen Tätigkeiten als Altenpfleger.

Praktische Inhalte

Grundsätzlich absolvierst du deinen praktischen Teil der Berufsausbildung an einer Einrichtung für Altenpflege. Es kann aber vorkommen, dass du zwischenzeitlich in Form von ambulanten Einsätzen in andere Bereiche wechselst. Das können ambulante Pflegedienste, Krankenhäuser, Einrichtungen der sozialen Betreuung oder die Seelsorge sein. Auch Freizeit- und Wellnessangebote für alte Menschen können auf deinem Arbeitsplan stehen. Der praktische Ausbildungsteil dient dazu, dich im Umgang mit alten Menschen und deren Gesundheits- und Alltagspflege zu schulen und eine gewisse Souveränität zu entwickeln. Was du dir am Anfang vielleicht noch nicht zugetraut hast, wird dir im Laufe deiner Ausbildung leichter fallen und bald zur Routine. Nur durch ständigen Kontakt kannst du ein Vertrauensverhältnis zu den Menschen aufbauen, was deine Arbeit um einiges erleichtert.

Ablauf der Ausbildung

2003 ist das Pflegegesetz des Bundes in Kraft getreten, wodurch die Altenpflege-Ausbildung seither einheitlich geregelt wird. Die Gesamtverantwortung für die Ausbildung trägt zwar die Altenpflegeschule, die Ausbildung zum Altenpfleger ist jedoch keine rein schulische Ausbildung.

Die Ausbildung zum Altenpfleger besteht aus theoretischem und praktischem Unterricht an der Altenpflegeschule sowie einem großen praktischen Ausbildungsteil, welcher in Einrichtungen für Altenpflege absolviert wird.

Wie gut passt der Beruf Altenpfleger zu dir?

Wenn du in deinem Beruf gerne Menschen helfen möchtest, ist der Beruf Altenpfleger genau der richtige für dich.
Wenn du kein Blut sehen kannst, könnten andere Berufe besser zu dir passen.

Hilfreiche Fähigkeiten

  • Teamfähigkeit
  • Kommunikationsfähigkeit
  • Empathie
Altenpfleger-Quiz
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