Dein Au-Pair-Jahr nach der Schule – alle Tipps und Informationen

Au-Pair-Jahr nach der Schule – was genau ist das eigentlich?

Du hast die Schule beendet und willst ins Ausland? Das Leben in einer neuen Familie für eine längere Zeit findest du spannend? Dann mach doch einfach ein Au-Pair-Jahr! Als Au-Pair verbringst du mindestens ein Jahr bei einer Gastfamilie im Ausland. Du unterstützt sie, indem du die Betreuung der Kinder sowie leichte Hausarbeiten übernimmst. Du bringst die Kinder zur Schule, holst sie ab und hilfst ihnen bei den Hausaufgaben. Da die Eltern dieser Privatfamilien beruflich sehr beschäftigt sind und kaum Zeit für diese Aufgaben aufbringen können, stellen sie eine Au-Pair-Kraft ein, um Unterstützung zu erhalten. Da du mit und bei der Gastfamilie arbeitest, ist dein Arbeitsplatz auch gleichzeitig deine Unterkunft. Du arbeitest dort, wo du lebst. Für deine Arbeit als Au-Pair erhältst du ein Taschengeld. Nur ist dies nicht so hoch, da die Unterkunft und Verpflegung bereits in deinem Auslandsaufenthalt enthalten ist. Die meisten Au-Pairs sind Mädchen, das sollte dich als Junge aber nicht daran hindern, diese Art des Auslandsaufenthalts zu machen. Da du als Au-Pair eine längere Zeit im Ausland verbringst, eignet sich das Programm also perfekt für die Zeit nach der Schule, in der du dich beruflich orientieren kannst. Vielleicht möchtest du auch nach dem Programm mit Kindern zusammenarbeiten und beginnst eine Ausbildung zur Erzieherin. Wenn du den Aufenthalt verlängern möchtest, kannst du das natürlich für mehrere Monate tun. Falls du dich für ein Au-Pair-Jahr entschieden hast, kommen hier hilfreiche Tipps für dich!

Au-Pair mit Kind
Als Au-Pair erlebst du viel mit den Kindern der Gastfamilie ©ast25rulos | Pixabay Public Domain

Tipps für die Organisation deines Au-Pair-Aufenthalts

  1. Länder: Das beliebteste Ziel deutscher Au-Pairs sind die USA. Bekannt und auch oft als Zielland ausgewählt sind England und Frankreich. Du kannst nach der Schule aber natürlich auch in vielen anderen Ländern als Au-Pair arbeiten. Australien, Chile, Neuseeland oder Norwegen sind weitere mögliche Gastländer. Wenn du neben Englisch noch eine weitere Fremdsprache gelernt hast, kannst du auch genau nach einem Land suchen, in dem die Sprache gesprochen wird. Wäre das nicht was für dich? Grundsätzlich kannst du je nach den Angeboten der Au-Pair-Agenturen selbst entscheiden, in welches Land du reisen möchtest.
    Beliebteste Ziele für Au-Pairs
    Die belibtesten Ziele sind die USA, England und Frankreich ©Clker-Free-Vector-Images | Pixabay Public Domain
  2. Voraussetzungen: Um nach der Schule als Au-Pair ins Ausland gehen zu können, brauchst du bestimmte Kenntnisse und Qualifikationen. Dein Schulabschluss, im Idealfall das Abitur, ist eine wichtige Voraussetzung, ohne die du nicht bei einer Gastfamilie arbeiten kannst. Außerdem sind vor allem in englischsprachigen Ländern gute Sprachkenntnisse nötig, da du dich mit deiner neuen Familie und vor allem mit den Kindern verständigen musst. Insbesondere bei der Kontrolle der Hausaufgaben solltest du problemlos mit ihnen kommunizieren können. Dein Schulenglisch reicht in den meisten Fällen völlig aus.

    Je nach Land können die Voraussetzungen variieren. Für deinen Aufenthalt bei einer Gastfamilie ist eine Altersgrenze festgelegt. In den meisten Ländern liegt die Obergrenze im Alter von 30 Jahren. In den USA darfst du ein Au-Pair machen, wenn du zwischen 18 und 26 Jahren alt bist. Auch wenn du erst 17 bist, kannst du dich bewerben. Du musst dich allerdings bis zu deinem 18. Geburtstag gedulden, denn erst dann darfst du die Reise antreten. Außerdem musst du bereits bei deiner Bewerbung einen Führerschein der Klasse B besitzen.

    Was du vor deiner Reise unbedingt brauchst, ist ein EU-Pass oder eine unbefristete Aufenthaltsgenehmigung. Ansonsten darfst du nicht in das ausgewählte Land einreisen. Ein weiterer wichtiger Punkt: Da die Gastfamilien nur vertrauensvolle Personen ohne Vorstrafen einstellen wollen, musst du ein einwandfreies polizeiliches Führungszeugnis vorlegen. Schließlich werden dir Kinder anvertraut und du würdest doch genau so wenig eine kriminelle Person in deinen Haushalt aufnehmen wollen, oder? Nimm diese Anforderung also nicht zu persönlich und sehe es als eine Chance, dich als guten Bewerber darzustellen.

  3. Das solltest du vor deiner Reise erledigt haben: Viele Agenturen bieten Au-Pair-Vermittlungen an. Nutze diese nicht nur bei deiner Suche, sondern auch als Beratungsstelle, wenn du spezifische Fragen zum Ablauf oder zu rechtlichen Angelegenheiten hast. Durch Au-Pair-Agenturen findest du potenzielle Gastfamilien und erhältst die Chance, dich bei diesen zu bewerben und später auch kennenzulernen. Ärztliche Gutachten vor deiner Reise sind Pflicht. Da dich die Beschaffung etwas Zeit kosten könnte, solltest du diesen wichtigen Termin so früh wie möglich abhaken.
  4. Das Kennenlernen: Bevor du zu deiner Gastfamilie fährst oder fliegst, führst du mehrere Gespräche mit ihnen. Meist erfolgt das erste Kennenlernen per Video-Chat, Anrufe sind seltener aber auch möglich. Wir empfehlen dir deine Gastfamilie per Video-Chat kennenzulernen. Indem du sie siehst, kannst du ihre Persönlichkeit besser einschätzen. So hast du die Chance, dich für oder gegen sie zu entscheiden. Es ist durchaus möglich, dass du mehrere Gespräche mit mehreren Familien führst. Beide Seiten machen sich gegenseitig ein Bild vom anderen und möchten mit der passendsten Person/Familie zusammenleben. Schließlich handelt es sich bei der Dauer eines Au-Pair-Aufenthaltes nicht nur um eine Woche, sondern um ein Jahr oder länger. Wähle deshalb die Familie aus, die dir am sympathischsten erscheint und bei der du dir einen längeren Aufenthalt ohne Probleme vorstellen kannst. Frag auch gerne schon nach deinen genauen Aufgaben und hol dir beispielsweise Informationen über die Kinder oder spreche direkt persönlich mit ihnen. Mit diesen wirst du schließlich die meiste Zeit verbringen.

Deine Au-Pair Kosten und Finanzierungsmöglichkeiten

Leider bekommst du beim Au-Pair-Jahr keine finanzielle Förderung vom Staat, da es sich, nicht wie bei einer Sprachreise, um einen Bildungsaufenthalt handelt. Deshalb könnte der Aufenthalt etwas kostspieliger für dich werden. Bei der Vermittlung können Kosten in Höhe von 500 bis 1000 Euro entstehen, die du bezahlen musst. Deshalb solltest du mehrere Agenturen miteinander vergleichen und den besten Preis finden, der dir aber trotzdem eine gute Vermittlung garantiert. Wie bereits erwähnt, wird dir während des Aufenthalts ein wöchentliches oder monatliches Taschengeld gezahlt. Lebensmittel werden dir auch seitens der Familie zur Verfügung gestellt. Das nimmt dir schon einmal einen Teil deiner Kosten. Die Kosten für Unfall-, Kranken- oder Haftpflichtversicherungen müssen nicht von den Gasteltern übernommen werden. Hier bist du selbst für verantwortlich. Außerdem zahlst du deine An- und Abreise und da diese Art von Aufenthalt keine Berufsausbildung ist, kann kein Anspruch auf Kindergeld erhoben werden.

Das lernst du in der Zeit als Au-Pair

Bei der Gastfamilie: Dadurch, dass du viel Verantwortung bekommst, wird deine Selbstständigkeit in hohem Maße gefördert und gefordert. Diese stellst du bereits bei der Organisation deiner Reise und bei den Aufgaben in der Gastfamilie unter Beweis. Die Aufgaben musst du eigenverantwortlich ausführen und dich in erster Linie um die Kinder kümmern. Da du die Reise direkt nach der Schule angehst, ist es möglich, dass du zum ersten Mal den Kontakt zu einer regelmäßigen Arbeit hast und das auch noch im Ausland. Du lernst mit deinem Taschengeld auszukommen, es sinnvoll zu nutzen und einzuteilen. Somit sammelst du erste Erfahrungen, die du in deinem späteren Berufsleben gut gebrauchen kannst.

Sprache und Kultur: Ein Auslandsjahr beinhaltet natürlich auch neue Kulturen und Orte. Du befindest dich in einem anderen Land und lebst bei einer Gastfamilie, die eine andere Sprache spricht und deren Lebensstil sich von deinem bisherigen unterscheidet. Du gliederst dich mit der Zeit auch ein und lebst in einer anderen Kultur. Ein großer Vorteil ist auch, dass du die Chance hast, auf deine bisherigen Sprachkenntnisse zurückzugreifen und diese zu verbessern. Im späteren Berufsleben, zum Beispiel in der Ausbildung, kannst du sowohl kulturelles als auch dein sprachliches Wissen einsetzen.